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DIE GEISTIG SCHAFFENDEN GOTTSCHEER
 IN ALLER WELT

aus dem Buch Gottschee 650 Jahre Gottscheer Volksgruppe

LITERATUR:
Therese Rom, die Poetin aus der Gottscheer Einschicht. Sie wurde in Suchen (Derroch) geboren und besuchte in den Kriegsjahren des 1. Weltkrieges die Volksschule in Schäflein. Ihre besten Lehrer und zugleich Förderer waren die Herren Franz Posnik und Hans Rabuse. Die vielen Schicksalschläge, die Frau Rom in ihrem Leben erdulden mußte, konnten der geistig regen Frau nichts anhaben. Trotz des hohen Alters erhalten wir immer noch ab und zu ein sinniges Gedicht zugeschickt, das dann die vom Schuldirektor Hans Rabuse geordnete Sammlung erweitert.

Amalie Erker, die Lehrerin aus Mitterdorf. Sie wirkte als Lehrerin in vielen Gottscheer Schulen, siedelte mit den Gottscheern um, machte die Flucht im Jahre 1945 mit und wirkte vor ihrer Pensionierung in Miger/Kärnten. Im Jahre 1977 verstarb sie in Klagenfurt. Der Verein Gottscheer Gedenkstätte wird versuchen, ihre Arbeiten zu sammeln und zu ordnen.

Reg.‑Rat Alois Petsche, in Grafenfeld geboren und in Salzburg gestorben. Er wirkte zuletzt als Professor in Salzburg. Vor seinem Tode übergab er seine unveröffentlichten Gedichte in Form eines kleinen Bändchens, betitelt „Bedichtetes Leben" seinem ältesten Sohne Roman. Nun sind diese Arbeiten im Archiv der Gottscheer Gedenkstätte

Schulrat Karl Schemitsch, geboren als Bauernsohn in Reintal, derzeit als Hauptschuldirektor in Landskron/Kärnten tätig. Schemitsch betätigt sich neben seiner Tätigkeit als Schulmann auch mit der Schriftstellerei und zwar verfaßte er Gedichte in der Mundart und somit bleibt diese späteren Generationen erhalten. Vier Werke können angeführt werden und zwar:Dar schpute Herbischt (Gemeinschaftswerk) Schö is Prach (so ist es Brauch) A hoime (Daheim)
Das war Gottschee (mit einer Übersetzung ins Englische von Edith Herold). Als freier Mitarbeiter war er maßgeblich an der Errichtung der Gottscheer Schau im Bezirksheimatmuseum Spittal a. d. Drau beteiligt.

Dr. Karl Rom aus Oberdeutschau (Töröscht) Gottschee verfaßte den Roman Rebellion in Gottschee.

Dr. Walter Tschinkel ist der Verfasser des Gottscheer Wörterbuches.Tschinkel verfaßte eine Gottscheer Grammatik und sammelte eifrig Sagen aus dem Gottscheer Land.Nicht zu vergessen wäre der bereits in das österreichische Schrifttum eingegangene Dichter von „Nullerl" und anderen Volksstücken Karl Morre, dessen Vater ein Gottscheer und dessen Mutter eine Steirerin war.

BILDENDE KUNST:
Karl Meditz, geboren in Wien,    Julius Fornbacher, geboren in Gottschee ,
Josef Hutter, geboren in Gottschee    Georg Ruppe, geboren in Warmberg/Nesseltal/Gottschee
Michael Ruppe, geboren in Warmberg/Nesseltal/Gottschee
Suitbert Lobisser, geboren in Kärnten, Gottscheer Abstammung.

Michael Ruppe und Suitberg Lobisser scheinen schon unter den bekannten österreichischen bildenden Künstlern auf. Lobisser als Holzschnitzer und Ruppe als Maler.

Roman Erich Petsche.
Roman Erich Patsche, Hofrat, Kunsterzieher und Fachinspektor für Kunsterziehung in Oberösterreich, Niederösterreich und Burgenland mußte bereits im Jahre 1918, also als Kind das Flüchtlingsschicksal erleben. Sein Vater mußte als Professor nach Österreich auswandern und erhielt dann in Salzburg eine Anstellung. Im Jahre 1925 maturierte Hofrat Petsche in Salzburg, studierte daraufhin in Wien Zeichnen, Handarbeit und Mathematik und erlangte über die Lehramtsprüfung die Befähigung zur Unterrichtserteilung an Mittelschulen in diesen Fächern. Bis zu seiner Bestellung zum Fachinspektor 1953 war er als Mittelschullehrer an Gymnasien und Lehrerbildungsanstalten tätig. In seinem Fach in den Schulaufsichtsdienst berufen, betreute er bis zum Jahre 1973, also bis zu seiner Pensionierung die drei genannten Bundesländer. Nach seiner Pensionierung wurde er zum Konsulenten der oberösterr. Landesregierung bestellt. Neben seiner beruflichen Tätigkeit widmete sich Hofrat Petsche der Malerei, wo er einen persönlichen Stil entwickelte, den er „collagierte Kreidezeichnung" nennt. Die Ausstellungen seiner Arbeiten in Salzburg, Wien, Paris, Brüssel u. a. Orten machten ihn neben seinen dienstlichen Verbindungen in der Öffentlichkeit sehr bekannt. Wir sind nun in der glücklichen Lage, Gemälde vom Künstler für unseren Musealraum unentgeltlich erhalten zu haben, denn Hofrat Petsche verkauft nichts sondern er stellt seine Arbeiten verschiedenen Institutionen gratis zur Verfügung.

Helmut Loske aus Unterdeutschau, derzeit in Graz tätig. Er ist der Schöpfer des über dem Altar in der Gedenkstätte schwebenden Kreuzes. Eine ganz andere Version der Christusdarstellung wurde hier geboten. Nicht der leidende Heiland, sondern der Ruhe ausstrahlende und verzeihende Christus schaut auf die Gläubigen herunter, als würde er sagen: „Ihr Gottscheer traget keine Schuld am Geschehen derZeit." Loske hat seine Ausbildung in Graz absolviert. Er ist als Restaurator von Kunstdenkmälern hauptamtlich tätig.

Prof. Erich Tschinkel, der bereits ein Nachfahre Gottscheer Großeltern ist, ist als Kunsterzieher am Gymnasium in Zell a. See tätig. Seine Ausbildung hat er in Graz und Wien genossen. Seine Ausstellungen in Graz, Rom, Wien, Bochum, Leverkusen machten ihn in der Öffentlichkeit bekannt. Weitere Gottscheer bildende Künstler, die allerdings durch Selbststudium ihre Fertigkeiten erlangten, sind:

Johann Mausser aus Unterwarmberg/Gottschee, derzeit in Cleveland,

Johann Rack, derzeit in Cleveland, Anna Böhm aus Gottschee, bereits verstorben,

Pfarrer Heinrich Wittine aus Lichtenbach/Gottschee

MUSIK:
Prof. Engelbert Maurin, aus Unterdeutschau/Gottschee, dzt. Marburg a. D. Prof. Maurin genoß seine Ausbildung als Musikpädagoge in Laibach und Wien. Er wirkte als Musikprofessor an der Deutschen Lehrerbildungsanstalt in Neu‑Werbaß und Marburg a. D. Sein Lied „lai a hoime, lai a hoime, lai a hoime bin is gern, bu in dr wri dr Hatar tueket und
Gert Meditz, Sohn der Eheleute Reinhold und Friede Meditz aus der Stadt Gottschee. Im Jahre 1943 in Gurkfeld geboren, studierte in der Folgezeit an der Grazer Musikhochschule und später genoß er seine Ausbildung zum Kapellmeister bei Professor Swarovsky in Wien. 1968 wurde er zum Leiter des Joseph‑Haydn‑Orchesters Steiermark und zum Direktor der städt. Musikschule Bruck a. d. M. ernannt. 1971 gründete er das steirische Jugendorchester und 1974 das österreichische Jugendsymphonieorchester, dessen Leiter er ist. Sein erster größerer Auftritt war wohl als Dirigent des Akademiechores bei den Eröffnungsfeierlichkeiten der Gottscheer Gedenkstätte. Bei internationalen Wettbewerben schon mehrfach ausgezeichnet, ist Meditz heute Gastdirigent im In und Ausland

Es würde den Rahmen dieser Abhandlung sprengen, würde man alle Menschen aufzählen, die aus Gottschee stammen und auf irgend einem Gebiete etwas leisteten. Jedenfalls ist es heute so, daß fast jede Familie einen Maturanten und jede zweite Familie einen Akademiker in ihren Reihen hat. Aus dem ist ersichtlich, welche schlummernden Kräfte in diesem Völklein, das 600 Jahre in der Abgeschiedenheit lebte, zu finden waren. Diese Kräfte werden nun den Aufnahmestaaten zugute kommen, denn ein Gottschee gibt es nicht mehr.