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 Das Wild in den Gottscheer Wäldern
 



Landwirtschaft

Gottscheer Kalender 2002
Einen nicht geringen Reichtum der Wälder bildet das Getier aller Art, das sie bergen.
Über die erhebliche Menge von Hoch- und Rotwild der Wälder von Gottschee

Das Wild in den Gottscheer Wäldern

Die Gottscheer Wälder beherbergen Wildtiere vieler Arten. Es dürfte wenige Gebiet Südosteuropas geben, wo sich Raubwild in derartiger Vielfalt gehalten hat wie in Gottschee. Bär, Wolf, Luchs, Fuchs, Marder, Wildkatze, Wildschwein, Steinadler, Geier, Sperber und Habicht genießen hier Heimatrecht.

Ein ehrwürdiger Bewohner der Wälder von Gottschee ist der Bär. In stattlichen schweren Exemplaren. Die vielen Karsthöhlen, oft durch undurchdringliches Dickicht geschützt, sind ihm ein sicheres Versteck. Der Bär ist ein harmloser Geselle, der, wenn er des Wildobstes des Waldes überdrüssig wird, gern ins Tal steigt, um in Maisfeldern und Obstplantage Nahrungsabwechslung zu suchen.

Auch der Wolf fühlt sich in den dichten, über viele Kilometer erstreckenden Wäldern de Gottscheer Hochlandes recht wohl. Um die vorige Jahrhundertwende galt er in der Gottschee als ausgestorben, aber in den Jahren des ersten Weltkrieges tauchte er wieder auf und wurde wieder zum gefürchteten Feind des Rehwildes und der weidenden Herden.

Ein charakteristisches Tier der Fauna verdient noch hervorgehoben zu werden. Es ist der durch Flinkheit unsd Possierlichkeit wie durch sein weiches graues Fell sich auszeichnende Bilch (Siebenschläfer), der Ordnung der Nagetiere und der Familie der Schlafmäuse zugehörig, dem die Wissenschaft die Bezeichnung "Myoxus glis" gegeben hat. In Karstlöchern und hohlen Baumstämmen haben sie ihre Wohnstätten. Die Gottscheer Gebirge sind dem in Südosteuropa heimischen Tier ein beliebter Tummel‑ und Nährplatz.

Das außerordentlich lebhafte Treiben der gefräßigen Bilche, das zur Nachtzeit in den Buchen‑ und Eichenwipfeln der Wälder wie zu ebener Erd vor den Höhlen vor sich geht, war von jeher der Gegenstand eingehender Schilderungen. Das Gottscheer Volk stand mit ihnen auf vertrauter Fuß. Es stellte sich die Bilchmännchen und Bilchweibchen als geheimnisvolle, aber den Menschen wohlgesinnte Kobolde vor, die nächtlich spukhafte Feiern aufführten und auch die Bildre durch Irreführung der auf sie Jagd machenden Menschen schützen.

Der Bilchfang war ein lohnender Verdienst und Sport zugleich. Es muß schon vor Jahrhunderten eine geschätzte Einnahmenquelle gewesen seir Das bezeugt das vom Grafen Otto von Ortenburg im Jahre 1408 gegebene Waldgesetz, das unter den Jagdrechten seiner Untertanen auch solch des Bilchfangs anführte. Im Herbst zog zur Nacht der Bilchfänger mit gefertigten länglichen Holzfallen, sogenannte "Pillichmatzlein" aus, di vor die Bilchhöhlen oder auf breite Baumäste gelegt wurden. Hatte der Jäger Glück, so konnte er am Morgen 40 ‑ 50 Tierchen nach Hause bringen.

Das Hauptverbreitungsgebiet der Bilche sind die Göttenitzer und Morobitzer Gebirge, wo die Wälder besonders dicht und die Buchenbestände am reichsten sind. Aber nicht nur das Fell macht den Bilch begehrt, sondern auch sein Fleisch, da sehr saftig und schmackhaft sein soll. Bilchbraten war den Gottscheern eine Lieblingsspeise.

Übrigens hat schon das Altertum den Bilch wegen seines k ö s t 1 i c h e n Fleisches geschätzt. In Rom hielt man die Bilche in eigenen Käfigen, um sie für den Tisch der Reichen zu mästen.